Luxor Tempel


Der Luxor-Tempel (altägyptisch Ipet-reset) ist eine Tempelanlage im heutigen Luxor in Ägypten. Er wurde zur Zeit des Neuen Reichserrichtet und südlicher Harem des Amun von Karnak genannt. Er war dem Gott Amun, seiner Gemahlin Mut und ihrem gemeinsamen Sohn, dem Mondgott Chons, geweiht.



Das Tempelgelände betritt man von der Nilpromenade (Scharia el-Bahr el-Nil) aus und gelangt zuerst auf den Vorhof des Nektanebos I. Von hier führt eine Allee, die zu beiden Seiten von Sphingen flankiert wird, in nordöstliche Richtung. In der Antike verband die Allee den Luxor-Tempel mit dem 2,5 Kilometer entfernten Karnak-Tempel. 2004 war ein großer Teil der Allee noch vom modernen Luxor überbaut und ein Projekt zur kompletten Freilegung im Gange. Zur Zeit Nektanebos I. waren zwischen die Sphingen Bäume und Blumen gepflanzt.

Von der Umfassungsmauer, die den Vorhof umgab ist nur wenig erhalten. Bemerkenswert ist eine Serapis-Kapelle im nördlichen Teil des Hofes. Sie ist aus getrockneten Nilschlammziegeln errichtet.

Im Südwesten wird der Hof durch einen großen Pylon begrenzt. Vor diesem waren in der Antike zwei Sitzfiguren, vier stehende Statuen und zwei Obelisken Ramses II. aufgestellt. Von diesen sind heute noch die beiden Sitzfiguren, eine stehende Statue und ein Obelisk vorhanden. Der zweite Obelisk steht als Geschenk von Sultan Muhammad Ali an den König von Frankreich seit 1836 auf der Place de la Concorde in Paris. Im Austausch erhielt Muhammad Ali eine Turmuhr für die Alabastermoschee in Kairo.

Der Pylon wird aus zwei dicken, hohen Mauern beiderseits des Eingangs gebildet, den sogenannten Türmen. Auf der Außenseite der beiden Türme sind Szenen aus der Schlacht Ramses II. mit den Hethitern in versenktem Relief dargestellt. Auf dem rechten Turm ist Ramses II. während des Kriegsrats abgebildet sowie der Ansturm der Hethiter auf das ägyptische Lager. Auf dem linken verfolgt Ramses II. die in Richtung der Stadt Kadesch flüchtenden Hethiter. In den vier ausgesparten Nischen des Pylonen standen früher vier Fahnenstangen.

Passiert man den Pylon, so betritt man den Hof Ramses II. Der Hof ist mit einer doppelten Kolonnade umgeben. Sie besteht aus Papyrusbündelsäulen mit geschlossenem Kapitell. Im westlichen Teil steht eine sogenannte „dreischiffige Stationskapelle“ der Königin Hatschepsut. Die drei Räume sind für die Götter Mut, Amun und Chons bestimmt. Die Wände des Hofes sind mit Opferszenen und dem Zug der Söhne Ramses II. geschmückt. Im hinteren Teil befinden sich Statuen die zwar den Namen Ramses II. tragen, zum Teil aber von Amenophis III. stammen und lediglich im Namen geändert wurden.

Der östliche Teil des Hofes ist mit der Moschee Abu el-Haggag überbaut. Unter Ihr befindet sich, in einer ehemaligen koptischen Kirche, das Grab des Ortsheiligen von Luxor Abu el-Haggag. Die Moschee steht etwa fünf Meter über dem Tempelniveau, da zur Zeit ihres Baus der Tempel bis auf dieses Niveau verschüttet war.

Durchquert man den Hof, so erreicht man eine Säulenkolonnade mit 7 mal 2 Papyrusbündelsäulen mit offenem Doldenkapitell. Gleich hinter dem Eingang stehen links und rechts jeweils eine Pharaonenstatue und eine Sitzgruppe, die Amun und Mut darstellen. Obgleich sie den Namen Ramses II. tragen, werden sie stilistisch der 18. Dynastie und somit einem früheren Pharao zugeordnet. Die Wände des Hofes sind mit Szenen aus dem Opet-Fest geschmückt.

Am Ende des Säulengangs befindet sich der Hof Amenophis III. Er ist auch an drei Seiten mit einer doppelten Reihe Papyrusbündelsäulen mit geschlossenem Kapitell umgeben. 1989 wurden hier bei Restaurierungsarbeiten in drei Metern Tiefe verschiedene Statuen von Pharaonen, Göttern und Sphingen aufgefunden. Sie sind im Museum von Luxor ausgestellt.

Im Süden schließt sich eine Säulenhalle mit 4 mal 8 gleicher Säulen wie im Hof zuvor an. Die Reliefs zeigen Amenophis III. vor den Göttern Thebens und seine Krönung. Links und rechts befinden sich zwei kleine Kapellen für die Göttin Mut und den Gott Chons.

Apsis im Kaiserkultraum

Durch die Tür in der Mitte erreicht man einen Raum, der in römischer Zeit zu einem Tetrarchenheiligtum[2] umgebaut wurde. Links und rechts der Apsis stehen zwei korinthische Säulen. In der Apsis befindet sich ein Durchgang, durch den man in eine kleine Säulenhalle mit 2 mal 2 Säulen gelangt. Dahinter befindet sich das Sanktuar, das für die Barke Amuns bestimmt war. Die Abbildungen zeigen Alexander den Großen vor verschiedenen Göttern. Die weiteren Räume erreicht man durch den Raum im Osten.

Von diesem Raum geht man durch die nördliche Tür in den sogenannten Geburtsraum. Die Reliefs auf der Westwand zeigen die GeneseAmenophis III. – von der Empfängnis der Königin Mutemwia durch Amun, über die Schwangerschaft bis hin zur Geburt. Gegenüber ist seine Thronbesteigung dargestellt. Von den Räumen, die sich im Süden anschließen ist nur noch die Kapelle des ithyphallischen Amun-Re-Kamuteferwähnenswert.